Mutter Immobilienagentur Case Study · Mutter Immobilienagentur

Eine Position, die trägt, bevor es Objekte zu zeigen gibt.

Wie aus einem Makler am Bodensee ein Wegbegleiter für Menschen wurde, die ihr Haus in einer schwierigen Lebenslage verkaufen.

Kunde
Mutter Immobilienagentur
Inhaber
Julien Mutter
Region
Bodensee · Hegau
Scope
Positionierung · Markenfundament · Website-Texte
Auf einen Blick

Herausforderung

Start in die Selbstständigkeit, ohne ein einziges eigenes Objekt zeigen zu dürfen.

Hebel

Die Position auf die Lebenslage gelegt, nicht auf die Immobilie.

Ergebnis

Eine Marke, die Vertrauen schafft, bevor es Referenzen gibt.

01 Ausgangspunkt & Herausforderung

Er durfte nichts zeigen von dem, was er bisher verkauft hatte.

Start in die Selbstständigkeit, ohne Portfolio, ohne Objekte, ohne Bilder.

Julien Mutter macht sich am Bodensee selbstständig. Verkauft hat er vorher schon, im Anstellungsverhältnis. Nur darf er von diesen Vermarktungen rechtlich nichts mitnehmen: keine Objekte, keine Fotos, keine Fallbeispiele. Was bleibt, sind zwei schriftliche Kundenstimmen.

Damit fehlt genau das, worüber Makler normalerweise Vertrauen aufbauen. Keine Referenzgalerie, keine Verkaufszahlen, keine Objektliste. Wer auf seine Seite kommt, sieht einen Namen und ein Versprechen.

Sein eigener Textentwurf klang entsprechend wie der von allen anderen: die Region ist schön, das Team ist erfahren, der Kunde steht im Mittelpunkt. Austauschbar, in einem Markt, in dem am Bodensee jeder dasselbe sagt.

02 Was ich gemacht habe

Die Rollen getauscht: der Kunde ist der Held, nicht der Makler.

Der Wettbewerb stellt sich selbst in den Mittelpunkt. Genau da lag die Lücke.

Zuerst habe ich mir den Wettbewerb am Bodensee angesehen. Das Muster war überall dasselbe: Der Makler steht selbst im Mittelpunkt. Anzug, verschränkte Arme, Abschlusszahlen, ein Auftritt, der teuer wirken soll. Die Botschaft lautet jedes Mal, wie gut der Makler ist.

Der Makler ist der Held der Geschichte.

Sein Foto, seine Zahlen, sein Erfolg. Der Verkäufer kommt als Nebenrolle vor.

Der Auftritt soll Status zeigen.

Pseudo-edel und hochglänzend, statt der Lage angemessen, in der die Kunden tatsächlich sind.

Alle sagen dasselbe.

Marktkenntnis, Erfahrung, Leidenschaft für die Region. Austauschbar von Konstanz bis Lindau.

Das ist bei dieser Zielgruppe die falsche Rollenverteilung. Wer nach einer Erbschaft oder einer Scheidung verkauft, sucht keinen Sieger. Er sucht jemanden, der ihn da durchbringt. Also haben wir die Rollen getauscht: Der Kunde ist der Held, Julien ist der Begleiter. Diese eine Entscheidung trägt die Positionierung, die Sprache und den Bildstil.

Im Gespräch kam heraus, wann Menschen bei ihm anrufen. Fast nie, weil sie umziehen wollen. Sondern weil etwas passiert ist. Genau das war der verborgene Schatz: Julien ist gut darin, mit Menschen umzugehen, für die der Verkauf eine der unangenehmsten Entscheidungen ihres Lebens ist.

Die vier Anlässe, um die alles gebaut ist

Erbschaft

Ein Haus, mehrere Erben, eine Entscheidung, die niemand treffen will.

Scheidung

Zwei Parteien, ein Objekt, und jede Frage ist auch eine persönliche.

Ruhestand

Das Haus wird zu groß. Der Abschied fällt schwerer als die Rechnung.

Finanzielle Not

Verkaufen unter Druck, ohne Zeit und mit Scham besetzt.

Diese vier Situationen sind der Grund, warum ein Makler hier nicht genügt. Sie tragen die Positionierung, die Website-Struktur und jeden einzelnen Text.

Darauf steht das Markenfundament. Der Persona-Mix bestimmt, wie die Marke klingt und aussieht, und die Farben sind daraus abgeleitet, nicht nach Geschmack gewählt.

Markenfundament

Caregiver

Fürsorglich, geduldig, schützend. Die Grundhaltung gegenüber Menschen in einer schweren Lage.

Sage

Kompetent, transparent, verlässlich. Das Fachliche, das die Fürsorge erst belastbar macht.

Everyman

Bodenständig, regional, nahbar. Einer vom Bodensee, kein Hochglanz-Makler.

#1A3A52

Tiefes Navy

Vertrauen und Sicherheit, aber warm gehalten. Nicht das kalte Standardblau der Branche.

#D4C5B0

Warmbeige

Wärme und Bodenständigkeit. Der Gegenpol zur sterilen Maklerästhetik.

#7A9B8E

Seegrün

Übergang und Neuanfang, dazu der Bezug zum See. Kein Wettbewerber nutzt Grün.

Das Logo stammt nicht von mir. Alles, was hier steht, leitet sich aus der Positionierung ab und nicht umgekehrt.

So sieht das aus, wenn man es zusammensetzt. Ich habe die Positionierung, die Texte und das Markenfundament in einen visuellen Entwurf übersetzt, damit alle Beteiligten dasselbe vor Augen haben. Umgesetzt hat die Seite später ein externer Entwickler, in eigener Gestaltung.

Visueller Entwurf der Landingpage: warme Farben, Menschen statt leerer Immobilien, die Positionierung als Headline.
Visueller Entwurf zur Positionierung · nicht die ausgelieferte Website
03 Transformation

Aus „Sie stehen im Mittelpunkt“ wurde ein Satz, der eine Lage benennt.

Dieselbe Person, dieselbe Leistung. Nur benannt, statt beworben.

Die Sprache, vorher und nachher
Vorher

„Bei uns stehen Sie und Ihre Immobilie im Mittelpunkt! Lassen Sie sich von der Vielfalt an Immobilien am Bodensee in einer der schönsten Regionen Deutschlands begeistern."

Nachher

„Ihr Lebensübergang verdient mehr als einen Makler. Er verdient einen Wegbegleiter."

Links sein eigener Entwurf, rechts die Headline der neuen Seite

Der Unterschied ist nicht Geschmack. Links spricht ein Anbieter über sich, rechts wird der Zustand benannt, in dem der Leser gerade steckt. Wer sein Elternhaus nach einer Erbschaft verkauft, sucht keinen Makler mit Marktkenntnis. Er sucht jemanden, der das aushält.

Die Kernposition

Ihr Lebensübergang verdient mehr als einen Makler. Er verdient einen Wegbegleiter.

Nicht erfunden. Ausgegraben.

„Das hat mich irgendwie echt gecatcht: „Ihr Lebensübergang verdient mehr als einen Makler, er verdient einen Wegbegleiter.“ Das hat mich einfach auf der emotionalen Basis gecatcht, wo ich denke: wow, rufst du auf und hast ein warmes Gefühl, ein gutes Gefühl. Das spricht dich erstmal an."

Julien Mutter · Inhaber, Mutter Immobilienagentur
04 Ergebnis

Der Kunde entscheidet sich gegen seinen eigenen Geschmack.

Das ist der Moment, an dem Markenarbeit greift.

Julien wollte ursprünglich schwarz-weiß. Clean, reduziert, seinem eigenen Auge nach schön. Die Markenarbeit sagte etwas anderes: Wer in einer schweren Lage anruft, braucht Wärme, keine Kühle. Diese Diskussion haben wir geführt, und sie ist der eigentliche Ertrag des Projekts.

„Im Nachhinein muss ich dir einfach recht geben. Ich habe lang drauf beharrt: ich möchte es schwarz-weiß haben, clean und sauber. Der Luis hat mir da nochmal ganz gut den Kopf gewaschen, auch mit dem Branding, wo ich dann gemerkt habe: gefällt mir vielleicht persönlich, aber was kommt wie beim Kunden an?"

Julien Mutter · Inhaber, Mutter Immobilienagentur

Was am Ende steht: eine Positionierung auf vier klar benannte Anlässe, ein Markenfundament aus Persona, Farben und Bildsprache, ein Storytelling Framework und die vollständigen Texte für die neue Seite. Gebaut hat die Website ein externer Entwickler, nicht ich. Zahlen gibt es noch keine, dafür ist der Start zu frisch.

Du willst das für dein Unternehmen?

Du erkennst dein Unternehmen in dieser Geschichte?

Dann lass uns darüber reden, was bei dir unter der Oberfläche liegt. Kein Verkaufsgespräch. Eine Diagnose.

Nächste Case Study
Finanzdienstleistung · DACH

Von der Idee zum fertigen Markenauftritt, der verkauft.

Mitarbeiterkredit Plus
Ansehen